Über uns
Die Pilzerei ist eine kleine Edelpilzzucht in Wagerswil im Thurgau. Hier wachsen verschiedenste Edel- und Vitalpilze, frisch, regional und mit viel Leidenschaft für das, was wir tun.
Bei unserer Produktion verbinden wir moderne Technik mit handwerklicher Arbeit. Klima, Sensorik und eigens entwickelte Steuerungen helfen uns dabei, für jede Pilzart die passenden Bedingungen zu schaffen. Gleichzeitig bleibt Pilzzucht Handarbeit. Gezüchtet, geerntet und verarbeitet werden unsere Pilze direkt bei uns in Wagerswil.
Dabei legen wir Wert auf Qualität, kurze Wege und einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Neben frischen Edelpilzen entstehen bei uns auch eigene Pilzprodukte. Wir trocknen, mahlen, würzen, fermentieren und probieren immer wieder Neues aus. Nicht jede Idee funktioniert beim ersten Versuch, aber genau das gehört für uns dazu.
Uns geht es aber um mehr als neue Produkte. Wir möchten weniger bekannte Pilzarten aus ihrer Nische holen, sie bekannter machen und zeigen, wie vielseitig sie in der Küche eingesetzt werden können.
Die Pilzerei ist dabei alles andere als eine klassische Firma mit grossem Team. Hinter ihr steht ein Netzwerk aus Familie, Freunden und Menschen, die freiwillig mitdenken, mitarbeiten und einspringen, wenn irgendwo Unterstützung gebraucht wird.
So ist aus einer Pilzzucht mit der Zeit ein gemeinsames Projekt geworden, in dem ziemlich unterschiedliche Fähigkeiten zusammenkommen. Technik und Handwerk, Lebensmittelproduktion und Produktentwicklung, Verkauf, Gestaltung und ganz viel Improvisation.
Und genau diese Menschen möchten wir euch hier vorstellen.
Die Menschen hinter der Pilzerei
Die Pilzerei ist zwar ein Unternehmen – aber ganz sicher keine One-Man-Show.
Hinter ihr stehen Menschen, die mitarbeiten, mitdenken, mitbauen, einspringen, beraten, testen, zuhören, fotografieren, verkaufen, putzen, Hunde hüten oder einfach da sind, wenn sie gebraucht werden. Manche regelmässig, manche dann, wenn irgendwo Not am Mann ist. Einige seit den ersten Tagen, andere erst seit Kurzem.
Einen klassischen Personalbestand gibt es dabei nicht. Genau genommen hat hier ausser mir überhaupt niemand eine wirklich klar definierte Stelle und selbst bei mir ist die Jobbezeichnung eher schwierig.
Was es dafür gibt, sind Menschen, die freiwillig Zeit, Wissen, Ideen und manchmal ziemlich viel Geduld in die Pilzerei stecken. Das ist alles andere als selbstverständlich und ein wesentlicher Grund dafür, dass die Pilzerei heute das ist, was sie ist.
Und weil hinter all diesen Namen ziemlich unterschiedliche Menschen und Geschichten stecken, möchten wir euch diejenigen vorstellen, die die Pilzerei aufgebaut haben, mittragen und auf ihre ganz eigene Art mitprägen.
Das ist die Pilzerei-Familie.

Lukas Weber
Pilzzüchter, Tüftler, Entwickler – und meistens irgendwo mittendrin.
Eigentlich komme ich aus der Informatik. Heute züchte ich Edelpilze. Und irgendwie passt das besser zusammen, als man zunächst denken würde.
Denn hinter einer Pilzzucht steckt weit mehr als Pilze wachsen zu lassen. Unsere Anlage haben wir grösstenteils selbst geplant und gebaut, Steuerungen und Software entwickeln wir selbst und auch bei neuen Produkten, Rezepten, Verpackungen oder unserem Auftritt entsteht vieles direkt bei uns.
Genau diese Mischung gefällt mir: Technik und Handwerk, Lebensmittel und Landwirtschaft, Kreativität und Unternehmertum. Immer wieder etwas Neues lernen, ausprobieren, verbessern – und gelegentlich feststellen, dass eine Idee doch nicht ganz so brillant war wie gedacht.
So ist auch die Pilzerei entstanden: aus Neugier, viel Eigenarbeit und dem Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen.
Was ich bei der Pilzerei so mache?
Pilzzüchter
Anlagenplaner & Anlagenbauer
Elektroniker & Steuerungsentwicker
Software- & App-Entwickler
Systemadministrator
Produkteentwickler
Rezeptentwickler & Versuchskaninchen
Produzent & Lebensmittelverarbeiter
Verpackungsdesigner & Grafiker
Fotograf, Kameramann & Cutter
Social-Media- & Marketingmensch
Webentwickler & Webmaster
Verkäufer & Marktfahrer
Logistiker & Lieferant
Einkäufer & Lagerist
Buchhalter & Bürokrat
Hausmeister & Problemlöser
Und meine eigentliche Jobbezeichnung?
Schwierig. Am ehesten: Pilzerei
Denn genau das macht für mich den Reiz daran aus: nicht nur einen einzelnen Teil davon zu machen, sondern zu verstehen, wie alles zusammenspielt – vom Sensor im Kulturraum bis zum fertigen Pilz auf dem Marktstand.





Seraina
Mitdenkerin, Mithelferin, Kamerafrau – und der Rückhalt hinter der Pilzerei.
Seraina ist meine Partnerin – und offiziell eigentlich gar nicht für die Pilzerei zuständig. Inoffiziell sieht die Sache etwas anders aus.
Sie unterstützt mich überall dort, wo gerade eine zusätzliche Hand, eine zweite Meinung oder ein kritischer Blick gebraucht wird. Sie hilft beim Ernten, Verpacken und Putzen, kümmert sich bei Veranstaltungen um die Dekoration und ist dank ihres deutlich besseren Auges fürs Ästhetische eine wichtige Instanz bei Designfragen.
Neue Produkte und Rezeptideen müssen regelmässig durch ihre Qualitätskontrolle, sie übernimmt hinter der Kamera, wenn ich davorstehe, und manchmal schaut sie auch bei einem potenziellen Abnehmer vorbei. Und wenn ich auf einem Markt bin, übernimmt sie nicht selten auch noch die Hundebetreuung.
Mindestens genauso wichtig ist aber all das, was man von aussen kaum sieht.
Seraina hört sich die kleinen und grossen Probleme meines Pilzerei-Alltags an – zum Glück genauso geduldig wie die Dinge, über die ich mich gerade freue. Sie hinterfragt Ideen, denkt bei strategischen Entscheidungen mit und hilft mir gelegentlich auch dabei, die Perspektive anderer Menschen etwas besser zu verstehen. Als ehemaliger IT-Nerd kann ein wenig Übersetzung zwischen Mensch und Lukas schliesslich nicht schaden.
Vor allem aber ist sie mein Rückhalt, wenn es schwierig wird. Selbstständigkeit besteht nicht nur aus den schönen Momenten, neuen Ideen und Erfolgen. Sie bedeutet auch lange Arbeitstage, Unsicherheit, Rückschläge und Zeiten, in denen sehr viel gleichzeitig zusammenkommt. Seraina trägt das mit unglaublich viel Verständnis mit, fängt mich auf, wenn es nötig ist, und hält mir den Rücken frei – inklusive Kost und Logis, falls die Pilzerei gerade einmal weniger grosszügig zu mir ist.
Vieles von dem, was sie für die Pilzerei macht, steht auf keiner Rechnung und in keinem Arbeitsplan. Trotzdem wäre vieles ohne sie deutlich schwieriger.
Ihre Jobs bei der Pilzerei
Psychologische Stütze
Sparringspartnerin
Strategieberaterin
Designberaterin
Ästhetikbeauftragte
Erntehelferin
Verpackerin
Reinigungskraft
Dekorateurin
Produkttesterin
Rezepttesterin
Kamerafrau
Akquise-Unterstützung
Hundesitterin
Problemanhörerin
Realitätscheck
Menschenversteherin
Kost-und-Logis-Sponsorin
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht einfach: die Frau, die im Hintergrund verdammt viel mitträgt.

Philipp
Elektromonteur, Handwerker, Hofverkäufer – und einer der Menschen, die die Pilzerei von Anfang an mit aufgebaut und mitgeprägt haben.
Philipp ist mein Bruder und war insbesondere in der Anfangszeit wesentlich am Aufbau der Pilzerei in Wagerswil beteiligt.
Als aus leeren Räumen nach und nach eine funktionierende Pilzproduktion werden sollte, gab es einiges zu tun. Fruchtungsräume mussten aufgebaut, Installationen erstellt und für so manches praktische Problem eine brauchbare Lösung gefunden werden. Philipp hat dabei nicht nur tatkräftig mitgebaut, sondern als Elektromonteur auch sein Fachwissen eingebracht und einen Teil der Elektroarbeiten übernommen.
Überhaupt war seine praktische Sicht auf viele Dinge enorm wertvoll. Wenn ich eine Idee hatte, wie etwas funktionieren könnte, war Philipp einer derjenigen, die sich Gedanken darüber machten, wie man das Ganze tatsächlich bauen kann. Er hat Lösungen vorgeschlagen, Verbesserungen eingebracht und bei unzähligen handwerklichen Arbeiten selbst mit angepackt.
Sein Beitrag beschränkte sich aber keineswegs auf Baustelle und Werkzeugkiste. Auch die erste Website der Pilzerei hat Philipp aufgebaut und damit einen wichtigen Teil unseres ersten Auftritts nach aussen geschaffen.
Auch später hat er immer wieder dafür gesorgt, dass die Pilzerei nicht nur funktioniert, sondern sich ordentlich präsentieren kann. Preislisten, Preisschilder und andere Unterlagen für Märkte und Hofverkauf entstanden mit seiner Hilfe – all diese kleinen Dinge, die für Kundinnen und Kunden selbstverständlich aussehen, aber eben trotzdem jemand gestalten, erstellen, ausdrucken und bereitstellen muss.
Und lange Zeit war Philipp für viele unserer Kundinnen und Kunden vor allem eines: das Gesicht des Hofverkaufs am Samstag. Er hat diesen regelmässig selbstständig übernommen, verkauft, Fragen beantwortet und dafür gesorgt, dass ich mich gleichzeitig um Produktion, Märkte oder eines der ungefähr 347 anderen Dinge kümmern konnte, die gerade dringend waren.
Vieles von dem, was heute bei der Pilzerei selbstverständlich ist, musste irgendwann zum ersten Mal geplant, gebaut, verkabelt, gestaltet, ausprobiert oder einfach gemacht werden. Philipp war bei einem wesentlichen Teil davon dabei.
Und genau deshalb gehört er für mich auch hierhin. Seine Arbeit, seine Zeit, sein Fachwissen und seine Bereitschaft, immer wieder mit anzupacken, haben die Pilzerei mitgeprägt. Vieles, was heute noch genutzt wird oder zur Pilzerei gehört, trägt auch seine Handschrift – ganz konkret und manchmal vielleicht weniger sichtbar.
Seine Jobs bei der Pilzerei
Elektromonteur
Elektriker
Anlagenbauer
Handwerker
Problemlöser
Lösungsfinder
Bauberater
technischer Sparringspartner
Webentwickler
Grafiker
Preislisten-Gestalter
Beschriftungsbeauftragter
Hofverkäufer
Kundenberater
Pilzverkäufer
Aufbauhelfer
Mitdenker
Realitätscheck für technische Hirngespinste
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht: Einer von denen, die schon mitgebaut, mitgedacht und mitangepackt haben, als die Pilzerei noch viel mehr Baustelle als Pilzerei war.





Brigitte
Notfallhelferin, Qualitätskontrolle, moralischer Kompass – und zuständig dafür, dass hier gewisse Standards eingehalten werden.
Brigitte ist meine Schwiegermutter in spe – und eine dieser Personen, die regelmässig einspringen, wenn ich mal wieder «im Seich» bin.
Dann wird geerntet, verpackt oder auch mal geputzt. Letzteres durchaus mit einer gewissen persönlichen Motivation: Brigitte hat ein ausgeprägtes Verhältnis zu Ordnung und Sauberkeit und entdeckt gelegentlich Handlungsbedarf an Stellen, an denen ich selbst noch keinen gesehen hätte.
Auch bei der Produktentwicklung ist sie eine meiner freiwilligen Versuchspersonen. Neue Produkte und Rezepte werden getestet, kommentiert und kritisch beurteilt. Für unsere Rezeptanleitungen und Produkte steht sie ausserdem regelmässig hinter der Kamera und sorgt dafür, dass nicht nur das Essen schmeckt, sondern am Ende auch brauchbare Fotos davon existieren.
Und Brigitte weibelt. Im Bekanntenkreis wird von unseren Pilzen erzählt, und wenn ihr irgendwo ein Restaurant, Geschäft oder anderer möglicher Abnehmer auffällt, landet die Idee früher oder später bei mir.
Ihr gutes Gespür für Gestaltung und Ästhetik ist ebenfalls regelmässig gefragt. Besonders wertvoll wird ihre Meinung allerdings dann, wenn meine Marketingideen etwas … gewagter werden. Während ich noch überlege, ob etwas vielleicht gerade deshalb lustig ist, weil man es eigentlich nicht machen sollte, übernimmt Brigitte zuverlässig die Rolle des moralischen Kompasses.
Und dann gibt es noch Dinge, die mit Pilzen eigentlich überhaupt nichts zu tun haben: Zum Beispiel mein Büro. Ein Büro ohne anständigen Boden war für Brigitte offenbar kein dauerhaft akzeptabler Zustand. Also hat sie kurzerhand einen gesponsert.
So sorgt sie auf ihre ganz eigene Art dafür, dass es bei der Pilzerei nicht nur vorwärtsgeht, sondern dabei auch ein gewisses Mindestmass an Ordnung, Ästhetik und Anstand erhalten bleibt.
Ihre Jobs bei der Pilzerei
Erntehelferin
Verpackerin
Reinigungskraft
Produkttesterin
Rezepttesterin
Produktfotografin
Food-Fotografin
Akquise-Unterstützung
Mundpropaganda-Beauftragte
Ideengeberin
Designberaterin
Ästhetikbeauftragte
Qualitätskontrolle
Moralischer Kompass
Ordnungsinstanz
Sauberkeitskontrolle
Notfallhelferin
Büro-Investorin
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht: die Frau, die einspringt, wenns brennt – und danach erst mal schaut, ob hier eigentlich jemand geputzt hat.





Tania
Marktfahrerin, Pilzverkäuferin – und meine zuverlässige Vertretung in Wil.
Wenn ihr an einem Samstag am Markt in Wil vorbeischaut und hinter dem Pilzerei-Stand nicht mich, sondern Tania antrefft, dann ist das mittlerweile alles andere als ungewöhnlich.
Tania übernimmt den Markt, wenn ich nicht selbst dort sein kann – und das kommt durchaus häufiger vor. Damit ist sie für mich eine enorme Unterstützung. Denn einen Marktstand zu betreuen bedeutet nicht einfach nur, ein paar Pilze über den Tresen zu reichen. Für einige Stunden ist sie das Gesicht der Pilzerei, berät unsere Kundinnen und Kunden, beantwortet Fragen und sorgt dafür, dass unsere Pilze auch dann in Wil erhältlich sind, wenn ich gleichzeitig irgendwo anders gebraucht werde.
Und das alles macht sie freiwillig.
Zumindest gehe ich davon aus. Eine gewisse Bestechlichkeit in Form von Nameko kann ich allerdings nicht vollständig ausschliessen. Tania gehört nämlich zu deren grössten Fans – möglicherweise ist ihr Engagement am Ende also doch nur ein ziemlich ausgeklügeltes System, um möglichst nahe an der Quelle zu sitzen.
Wie auch immer ihre wahren Motive aussehen: Ihre Unterstützung ist für mich alles andere als selbstverständlich. Dass jemand bereit ist, seinen Samstag für die Pilzerei einzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und mich damit ganz konkret zu entlasten, weiss ich sehr zu schätzen.
Gelegentlich bekommt Tania dabei Verstärkung von ihrer Nichte Kaya. Dann steht am Markt in Wil gleich ein kleines Pilzerei-Aussenteam hinter dem Stand.
Vielleicht ist Tanias Aufgabenliste bei der Pilzerei kürzer als die manch anderer. Ihr Beitrag ist deswegen aber keineswegs kleiner. Im Gegenteil: Ich weiss, dass Wil auch ohne mich funktioniert – und genau diese Verlässlichkeit ist für einen kleinen Betrieb wie unseren unglaublich wertvoll.
Ihre Jobs bei der Pilzerei
Marktfahrerin
Marktstandbetreiberin
Verkäuferin
Kundenberaterin
Pilzberaterin
Pilzerei-Repräsentantin
Samstagsretterin
Wil-Chefin
Nameko-Qualitätskontrolle
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht einfach: Wenn Tania in Wil steht, weiss ich, dass der Laden läuft – solange genügend Nameko da sind.





Patricia
Pilzbegeisterte, Mitmacherin, Ordnungshüterin – und das neuste Mitglied der Pilzerei-Familie.
Patricia gehört zu den Menschen, die die Pilzerei schon kannten, bevor sie selbst ein Teil davon wurden. Sie war eine unserer frühen Kundinnen im Hofverkauf – und vor allem eines: ausserordentlich pilzbegeistert.
Als ich irgendwann einen Aufruf startete, weil ich Unterstützung für die Pilzerei suchte, meldete sie sich. Ihre Vorstellung war erfreulich unkompliziert: Pilze ernten, verpacken, Hofverkauf, mithelfen, wo gerade etwas anfällt. Nur Märkte und Social Media wurden vorsorglich schon einmal aus dem persönlichen Pflichtenheft gestrichen.
Etwas unangenehmer wurde es für mich bei der Frage nach der Entlöhnung. Ich musste ihr erklären, dass ich für diese Unterstützung momentan noch keine bezahlte Stelle anbieten kann und es sich vorerst um freiwillige Mitarbeit handelt.
Patricias Reaktion war ungefähr: Das habe sie sich schon gedacht.
Damit war das Thema für sie offenbar deutlich weniger dramatisch als für mich – und für mich gleichzeitig ziemlich eindrücklich. Denn ihre Motivation ist offensichtlich nicht irgendeine Stellenbeschreibung, sondern die Freude an Pilzen und der Wunsch, die Pilzerei ganz praktisch zu unterstützen. Das ist alles andere als selbstverständlich und etwas, das ich sehr zu schätzen weiss.
Was genau daraus einmal wird, werden wir vermutlich gemeinsam herausfinden. Klar ist aber schon jetzt: Patricia soll dort mithelfen, wo im Pilzerei-Alltag ständig Hände gebraucht werden. Pilze ernten, Substratblöcke rein- und rausstellen, Bestellungen kommissionieren, Produkte verpacken, beim Hofverkauf einspringen und dafür sorgen, dass Produktion und Laden nicht im Chaos versinken.
Und gerade der letzte Punkt wird spannend. Denn seit Patricia da ist, schmeisse ich die Produktion zum ersten Mal nicht mehr komplett alleine. Damit müssen plötzlich Abläufe nicht mehr nur in meinem Kopf funktionieren, sondern auch für einen zweiten Menschen nachvollziehbar sein. Patricia wird uns deshalb vermutlich ganz automatisch dabei helfen, etwas mehr Struktur in den Pilzerei-Alltag zu bringen.
Wenn im Hofverkauf zwischendurch einmal gar nichts los sein sollte, besteht übrigens ebenfalls kein Grund zur Sorge: Patricia gibt nebenbei Strickkurse. Für eine geeignete Überbrückungsbeschäftigung ist also gesorgt.
Von der Kundin zur freiwilligen Helferin und jetzt zum neusten Mitglied unserer kleinen Pilzerei-Familie – ich bin jedenfalls sehr gespannt, welche Aufgaben am Ende noch auf ihrer Liste landen werden.
Ihre Jobs bei der Pilzerei
Pilzpflegerin
Erntehelferin
Produktionshelferin
Verpackerin
Kommissioniererin
Hofverkäuferin
Kundenberaterin
Substratblock-Logistikerin
Ordnungshüterin
Sauberkeitsbeauftragte
Strukturbeauftragte
Alltagsretterin
Pilzenthusiastin
Strickbeauftragte für ruhige Hofverkaufsmomente
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Noch schwieriger als bei den anderen – Patricia ist schliesslich gerade erst angekommen. Fragen wir in ein paar Monaten nochmals.





Blanka
Kontrolleurin, Pausenbeauftragte, Kräuterseitlingsfan – und meine treueste Begleiterin.
Blanka ist gebürtige Ungarin und kam genau zu der Zeit in mein Leben, als auch die Pilzerei in Wagerswil gerade am Entstehen war.
Ursprünglich wurde sie über eine Organisation aus Ungarn vom Vater meiner Partnerin Seraina gerettet und bekam bei ihm ein neues Zuhause. Nur wenige Monate später verstarb er völlig unerwartet und für Blanka musste erneut ein neues Plätzchen gefunden werden.
Zumindest war das der Plan.
Während wir nach einem neuen Zuhause für sie suchten, wuchs sie mir immer mehr ans Herz. Oder vermutlich treffender: Sie hatte sich längst entschieden, dass ich ihr neues Herrchen werde. Irgendwann war jedenfalls klar, dass ich sie nicht mehr hergeben würde.
Seither gehört Blanka nicht nur zu meinem Leben, sondern irgendwie auch zur Pilzerei.
Sie ist fast immer dabei, wenn ich in Wagerswil arbeite. Einen grossen Teil ihres Arbeitstages verbringt sie zwar schlafend in meinem Büro, zwischendurch werden aber gewissenhaft Kontrollrunden durch die Pilzerei absolviert. Nach mir dürfte Blanka tatsächlich diejenige sein, die hier die meisten Stunden verbringt.
Auch wenn ich für die Pilzerei unterwegs bin, sitzt sie häufig mit im Auto. Auslieferungen, Besorgungen oder sonstige Termine – Blanka kommt mit und tut gelegentlich auch lautstark kund, dass sie dabei ist. Besonders dann, wenn ich es wage, sie für ein paar Minuten alleine im Auto zurückzulassen.
Nur für Märkte gilt eine klare Ausnahme. Dort verbringt sie ihre Zeit lieber zusammen mit Floyd bei Seraina. Das ist für alle Beteiligten etwas entspannter, denn bei Begegnungen mit anderen Lebewesen – insbesondere anderen Hunden – vertritt Blanka ihre Meinung gelegentlich mit einer gewissen Lautstärke.
Ihre wichtigste Aufgabe erfüllt sie allerdings ganz ohne Stellenbeschreibung: Sie sorgt dafür, dass ich nicht ständig durcharbeite.
Irgendwann steht sie neben mir und macht deutlich, dass jetzt eine Runde an der frischen Luft angebracht wäre. Und wenn ich abends wieder einmal nicht merke, dass ein Arbeitstag vielleicht langsam lang genug war, gibt es zum Glück noch Blankas ziemlich zuverlässige innere Uhr. Spätestens wenn sie Hunger bekommt, wird Feierabend zunehmend alternativlos.
Gerade an langen Tagen, an denen ich alleine in der Pilzerei arbeite, ist das für mich besonders wertvoll. Denn mit Blanka bin ich eben doch nie ganz alleine. Sie ist seit den Anfängen in Wagerswil dabei und mittlerweile so selbstverständlich Teil meines Alltags geworden, dass ich mir die Pilzerei ohne sie kaum noch vorstellen kann.
Und natürlich hat auch Blanka einen Lieblingspilz: Kräuterseitling. Ganz klar.
Ihre Jobs bei der Pilzerei
Farmhund
Bürohund
Kontrollbeauftragte
Sicherheitsdienst
Beifahrerin
Lieferbegleitung
Pausenbeauftragte
Frischluftbeauftragte
Feierabendbeauftragte
Gesellschaftsbeauftragte
Büroaufsicht
Motivationshilfe
Kräuterseitlings-Qualitätskontrolle
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht einfach: Meine vierbeinige Arbeitskollegin – mit vermutlich mehr Anwesenheitsstunden als alle anderen zusammen.





Floyd
Back-Office-Mitarbeiter, Home-Office-Spezialist – und eher aus familiären Gründen im Unternehmen.
Floyd ist Serainas Hund und damit natürlich ebenfalls Teil unserer Familie – und zumindest auf dem Papier wohl auch Teil der Pilzerei.
Als Blanka zu uns kam, war Floyd schliesslich schon da. Er hat sie ausgesprochen rücksichtsvoll in sein Revier aufgenommen und akzeptiert, dass da plötzlich eine ungarische Kollegin auftauchte, die fortan einen ziemlich grossen Teil unseres gemeinsamen Alltags beanspruchen würde.
Bei der anschliessenden Aufgabenverteilung innerhalb der Pilzerei haben die beiden allerdings sehr unterschiedliche Karrierewege eingeschlagen.
Während Blanka praktisch jeden Tag mit mir nach Wagerswil fährt, Kontrollrunden dreht, Auslieferungen begleitet und sich für einen operativen Job direkt an der Front entschieden hat, bevorzugt Floyd eindeutig das Back Office.
Genauer gesagt: Home Office.
Pilze sind ohnehin nicht so wirklich sein Ding. Warum sollte man also jeden Morgen in eine Pilzzucht fahren, wenn man seine Aufgaben genauso gut von zu Hause aus erledigen kann? Floyd hat das Konzept des flexiblen Arbeitens offenbar verstanden, lange bevor wir anderen so weit waren.
Sein grosser Auftritt kommt insbesondere an Markttagen. Dann bleibt Blanka ebenfalls zu Hause und Floyd übernimmt gemeinsam mit Seraina die Betreuung seiner deutlich lautstärkeren Kollegin. Man könnte also durchaus behaupten, dass er indirekt dafür sorgt, dass ich ungestört am Markt arbeiten kann.
Ansonsten hält er sich aus dem operativen Geschäft weitgehend heraus.
Keine Ernte. Keine Produktion. Keine Auslieferungen. Und von einer besonderen Begeisterung für unsere Produkte kann ebenfalls keine Rede sein.
Aber man muss schliesslich nicht überall mitmischen.
Floyd gehört zur Familie, hat Blanka ihren Platz bei uns gegeben und ist damit auf seine ganz eigene, angenehm unaufgeregte Art auch ein Teil der Geschichte der Pilzerei.
Seine Jobs bei der Pilzerei
Home-Office-Mitarbeiter
Back-Office-Spezialist
Blanka-Betreuer
Familienmitglied
Revier-Integrationsbeauftragter
Remote Worker
Work-Life-Balance-Beauftragter
ilzerei-Mitarbeiter ehrenhalber
Offizielle Jobbezeichnung?
Schwierig. Vielleicht: Back Office. Sehr weit back. Genau genommen zu Hause.





